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Kindernephrologie

Was ist Kindernephrologie?

Kindernephrologie ist das Spezialgebiet innerhalb der Kinder- und Jugendmedizin, das sich um Krankheiten der Nieren und ableitenden Harnwege kümmert. Dazu gehören angeborene, wie erworbene Erkrankungen der Nieren, des Harnleiters und der Blase.

 

Was ist ein Kindernephrologe?

Kindernephrologen sind Kinder- und Jugendärzte, die sich auf das Erkennen und die Behandlung von Erkrankungen der Nieren und ableitenden Harnwege im Kindes- und Jugendalter spezialisiert haben. Sie haben nach ihrer Facharztausbildung zum Kinder- und Jugendarzt über 5 Jahre eine Weiterbildung zum Kindernephrologen absolviert.  Diese Weiterbildung erstreckt sich über einen Zeitraum von 3 Jahren. Der Ausbildungsplan für diese Zeit ist genau vorgegeben und erstreckt sich von angeborenen Fehlbildungen des Harntraktes über Nierenerkrankungen bei Stoffwechselleiden und Autoimmunerkrankungen bis hin zur Nierenersatztherapie in Form von Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse), Hämodialyse (Bluwäsche) und Nierentransplantation. Dabei werden auch spezielle diagnostische Fähigkeiten erworben, wie Nierenbiopsie, Blasenpunktion, Ultraschalluntersuchung sowie Röntgen- und nuklearmedizinische Diagnostik.

 

Welche Erkrankungen sollten von einem Kindernephrologen behandelt werden?
  • Häufig wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Fehlbildung der Harnwege (Reflux, Stenosen, Harnröhrenklappen) bereits vor operativer Korrektur
  • Nierenfehlbildungen (Einnierigkeit, Nierenzysten)
  • Ausscheidung von Blut oder Eiweiß im Urin (Hämaturie, Proteinurie)
  • Nephrotisches Syndrom, Glomerulonephritis)
  • Störungen im Wasser- und Elektrolytehaushalt
  • arterieller Hypertonus (Bluthochdruck)
  • chronische Niereninsuffizienz (alle Schweregrade)
  • Begleiterscheinungen der Niereninsuffizienz und deren Behandlung
  • Nierenersatztherapie: Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse), Hämodialyse (Blutwäsche) und Nierentransplantation
  • Transplantationsnachsorge

 

Wo arbeiten Kindernephrologen?

Der Kindernephrologe arbeitet in aller Regel dort, wo das Umfeld die zusätzliche erforderliche Spezialbetreuung des nierenkranken Kindes ermöglicht, also vornehmlich in einer Universitätskinderklinik oder in einer größeren nicht universitären Kinderklinik. Nur sehr selten ist er in einer Kinderarztpraxis tätig. Diese Verteilung begründet sich im Wesentlichen dadurch, daß in der Versorgung des nierenkranken Kindes auf die unmittelbare Mithilfe von Spezialisten (wie z.B. Kinderurologen, Kinderradiologen, Kinderkardiologen, Kinderchirurgen, Kinderpsychologen, Diätassistentinnen und Sozialarbeitern) zurückgegriffen werden muss. Diese spezialisierte Mitbetreuung steigert dabei in erheblichem Maße die Versorgungsqualität.

 

Wie finde ich einen Kindernephrologen?

Ihr betreuender Kinderarzt weiß mit Sicherheit, wo die nächste kindernephrologische Spezialbetreuung möglich ist. Darüber hinaus können Sie hier im Mitgliederverzeichnis der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN) Adressen finden.

 

Warum ein Kindernephrologe?

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sie haben nicht nur andere Krankheiten als diese, sondern brauchen auch spezielle auf sie ausgerichtete diagnostische und therapeutische Maßnahmen. Hierzu sind  Spezialbetreuungen notwendig, die sowohl den medizinischen als auch den psychosozialen Bereich umfassen. Diese müssen in eine umfassende kinderfreundliche Infrastruktur eingebettet sein. Nur so ist bei akuter Problematik (z.B. akutes Nierenversagen) oder bei chronischer Problematik (z.B. chronischer Niereninsuffizienz) eine adäquate Behandlung möglich.

Im Gegensatz zu Erwachsenen-Nephrologen sind Kindernephrologen mit den speziellen Nierenerkrankungen des Kindesalters vertraut, die sich in ihrem Spektrum grundsätzlich von denen des nierenkranken Erwachsenen unterscheiden. Daher sollte eine Nierenersatztherapie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren von einem Kindernephrologen betreut werden.

Selbstverständlich gibt es auch viele Kindernephrologinnen, die zu den führenden Vertreterinnen ihres Fachs gehören. Aus Vereinfachungsgründen wird im Text jedoch ausschließlich die männliche Bezeichnung verwendet.